Ende

September 18, 2009

Gestern Abend hatte ich dann Halsweh und mir war insgesamt nicht so gut und so bin ich also nicht tanzen gegangen. Ich habe damit nicht nur Martín und Regina verpasst sondern auch La Catedral, welche mir dieselbe Frau empfohlen hat auf deren Empfehlung ich auch zum Milonga auf dem Plaza Dorrego gegangen bin. Schade eigentlich!
Ich habe schlecht geschlafen, wahrscheinlich vor Aufregung, habe es gerade so geschafft sämtliche Sachen in meine Taschen zu stopfen, Pato hat mich zum Flughafen gebracht und dann bin ich geflogen. Chau, Buenos Aires!

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Abend 14. und Tag 15. September

September 16, 2009

Gestern Abend war ich mit meinem amerikanischen Mitbewohner, Cynthia und Ernesto im „Me Río de la Plata“ und ich habe schön mit Lucía und Pedro (den ich aus Berlin kannte) getanzt. Zu fortgeschrittener Stunde bin ich zum Salon Canning, Silvia war aber nicht da und da war ich ziemlich sauer. Glücklicherweise hat mich der Herr am Eingang über eben diesen Umstand informiert. Jedenfalls war ich drei mal im Canning und Frau Ceriani war nicht da. CU next year!

Heute bin ich aufgewacht und mein Rechner wollte nicht mehr laden. Das hat mich schon ein Bisschen in Panik versetzt, aber da ich den Tag nicht frustriert mit Computer reparieren verbringen wolle bin ich aufgestanden, habe etwas von dem Gemüse und Reis von gestern gegessen und bin nach Recoleta gefahren. Dort habe ich den krassen Baum fotografiert von dem ich neulich geschrieben habe und habe mich ein Bisschen darunter in den Schatten gesetzt. Buenos Aires braucht nicht nur mehr Fahrräder sondern auch mehr Bäume! Sie spenden Kühle und Frieden in einer heißen hektischen Großstadt und sind auch sonst liebenswerte Kreaturen.
der voll krasse Baum in Recoleta

Dann war ich auf dem berühmten Friedhof in Recoleta. Diverse Freunde hatten mir vorgeschlagen dort Fotos zu machen, aber soweit kommts noch, ich mache doch keine Fotos auf Friedhöfen, bin ich ein Kindergrufti? Ich habe dann doch eins gemacht um meinen europäischen Freunden zu verdeutlichen wie es da so ist:
Friedhof in Recoleta

In Argentinien sind Erdbestattungen unüblich. Die tun ihre Toten in Totenhäusern in Regale, gerne auch unterirdisch, sowohl in Särgen als auch in großen Urnen mit bestehenden Gebeinen oder kleinen Urnen mit verbrannten Gebeinen. Auf dem Friedhof in Recoleta liegen lauter berühmte Leute, die Grabhäuschen sind entsprechend tendenziell prunkvoll, ich habe eine sehr unscheinbare „Straße“ für das Foto ausgewählt. Die Tür ist typischer Weise aus gewundenen Metallstangen wie ein mediterraner Balkon und einer Glasscheibe und ist verschlossen, drinnen sieht man einen Tisch oder ein Regal mit Särgen oder Urnen, gerne auch religiöse Symbole oder Fenster aus buntem Glas mit religiösen Symbolen, manchmal eine Treppe nach unten zu einem weiteren Grabraum. Viele Grabhäuschen sind verfallen, zum Beispiel ist sehr oft das Glas der Tür zerbrochen. Dann könnte man reingreifen, den Deckel eines Sarges öffnen und sich einen Knochen klauen. Ratet mal wieso ich von sowas eine Fotos mache! Natürlich war ich in Versuchung ein Grabhäuschen mit kaputter Tür zu betreten, aber die sahen so aus aus als könnte das eventuell ungesund sein.
Dann bin ich nach Once gelaufen und habe mir noch zwei Hemden gekauft.
Dann habe ich Lucía angerufen und sie gefragt ob sie in Once einen Buchladen kennt damit ich mir „Die Kunst des Liebens“ auf spanisch kaufen kann. Sie hat mich zum Mate trinken zu sich eingeladen und gesagt sie hätte das Buch für mich. Ich habe erst protestiert, sie bräuchte es doch selber aber ich fand es auch sehr schön, es mir schenken zu lassen. Ich bin also zu Lucía gegangen und habe unterwegs noch Gemüse gekauft, sie hat mir das Buch gekauft, wir haben Mate getrunken und später gekocht (ich habe nur geschnippelt also im Wesentlichen hat sie gekocht, es war sehr lecker) und gegessen, dann ist ihr Freund aufgetaucht. Wir haben also noch ein Bisschen zu dritt weitergeredet, dann wollte ich die beiden nicht mehr stören und habe mich verkrümelt.
Zu Hause habe ich mein Laptopladegerät wieder zum Arbeiten überredet indem ich eine Stelle im Kabel geöffnet habe die ich mal repariert hatte. Jetzt hoffe ich, dass mir Pato nachher ein Stück Draht geben kann damit ich das vernünftig überbrücken kann und wieder permanent Strom fließt.

13. und 14. September

September 15, 2009

Gestern war ich in der Defensa shoppen. Schließlich wollte ich eine Calabaza haben, und es gab noch ein paar Dinge die mein Hirn durchschwirrten gekauft zu werden. Abgesehen von einem T-Shirt mit Matezubehör drauf sind meine Shoppingergebnisse auf diesem Bild zu sehen:
Einkäufe 13. September

Diese Märkte wie der in der Defensa sind unglaublich beeindruckend. Es gibt natürlich viele Händler die dort einfach nur Zeug verkaufen, Tücher, „Antiquitäten“ (teilseise sehr schöne Gebrauchtgegenstände), Essen, aber ganz viele Stände sind von Künstlern, die ihre Werke verkaufen, sehr viel Schmuck und Bilder aber auch Kleidung und Dekogegenstände. Für europäische Verhältnisse sind die Sachen meistens erschreckend billig, dafür dass es sich um Unikate handelt, und teilweise wunderschön.
Die Calabaza habe ich gekauft weil sie so schön schräg ist. Sie kann nicht stehen und passt nicht in die gängigen Ständer, aber dafür fällt mir noch eine Lösung ein. Sie ist anatomisch schief, der Teil der Frucht der normalerweise unten ist, ist hier auf der Seite.
Die Platte ist aus Vinyl. Das fand ich krass weil ich nur Plastikschallplatten habe.

Nach dem Shoppen bin ich nach Hause gegangen und habe gechillt und gechattet. Eine Tänzerin die auch gerade in Buenos Aires ist hat mich zum Plaza Dorrego geschickt, wo Sonntag eine Outdoormilonga stattfindet. Wie schön, ich dachte ich bin zu Hause! Wenn man das Ganze nicht so detailliert betrachtet hat haben die Tänzer unglaublich friedlich getanzt, im Verhältnis zu dem Nahkampf der mitunter in den Tangouniversitario-Veranstaltungen stattfindet. Ich habe ein Bisschen getanzt, nicht hübsch aber selten, und habe mich gefreut Teil dieses friedlichen Ganzen zu sein, und bin dann zur Loca! Milonga.
Mariana Dragone und Marcello Gutierrez haben vorgetanzt und es war nicht wirklich schön, die können das besser. Ansonsten war es ganz nett, aber zwei Milongas reichen, ich bin nicht mehr mit zur Viruta gegangen.
Ich hatte wohl den Fehler gemacht nicht früh genug gekommen zu sein. Ich habe festgestellt, dass es ein guter Plan ist, in einer Milonga aufzutauchen wenn ungefähr ein Viertel der Leute da ist die da sein werden wenn es voll ist.

Das Essen hier ist einfach mangelhaft. Wie ein durstiger in der Wüste durste ich nach Gemüse. Ich wusste gar nicht dass das geht! Es fühlt sich an wie Durst!

Heute war ich in Once, weil es mich doch irgendwie gewurmt hat dass ich letztes Mal kein weißes Hemd bekommen habe. Diesmal hats geklappt und ich habe des weiteren eine Hose und ein Hemd im Hip-Hop-Bedarf erstanden. Ich wusste gar nicht, dass ich sowas gut finden kann, kann ich aber anscheinend. Das Beeindruckende an diesen Sachen ist die Authentizität, oder zumindest tut es so. Sie sind nicht einfach bedruckt sondern bestickt und bemalt.
Dann habe ich noch Gemüse gekauft (Schalotten, Aubergine, Paprika) und habe mir Gemüse und Reis gekocht. Jetzt geht es mir besser.

PS

September 13, 2009

Was ich gestern ganz vergessen habe:
Als Lucía duschen war habe ich in „Die Kunst des Liebens“ (Erich Fromm) auf Spanisch gelesen. Wow! Spanisch ist also doch keine Babysprache! Mich hat schon alleine der Klappentext sehr beeindruckt, dummerweise finde ich auf den keinen Link. Also: ich sollte mal ordentlich spanisch lernen!

Dann habe ich Einstürzende Neubauten geguckt, das ist schön:

Abend 11. September und 12. September

September 13, 2009

Gestern Abend war ich in der Villa Malcom und ich war recht müde. Das mit dem Licht muss denen nochmal einer erklären! Im Saal ist es eher funzelig und es gibt ein paar kleine runde Tische mit Stühlen, mehr Sitzmöbel gibt es nebendran mit zwar eigentlich Sicht auf den Saal aber unter weißen Neonröhren. So kann ich nicht arbeiten! Ich habe zwei mal nett getanzt, dann kam die Show, die fast ausschließlich Contemporary Dance war, und dann bin ich gegangen.

Heute habe ich mich nach ihrem Schauspielunterricht mit Lucía getroffen und wir haben zusammen im Botanischen Garten gesessen und Empanadas gegessen. Dann sind wir mit dem Bus (<- ich erstes mal Bus fahren in Buemos Aires) zu ihr gefahren, haben Tee getrunken, Musik gehört und uns unterhalten, dann kam Donato, es gab ziemlich ekelhaftes Fastfood-Abendessen von dem ich kaum was runter gekregt habe (die spinnen, die Argentiner), aber später hat sie mir noch was gegeben, das sogar makrobiotisch war, woraufhin es mir auf wundersame Weise sofort besser ging.
Wir sind dann ohne Donato (der die ganze Zeit in seinem Zimmer saß und telefoniert hat) zur Milonga 10 gegangen. Es war besser als letztes mal, aber immernoch ein einziger Wettbewerb darum cool zu sein. Lucía hat früh den Abflug geschafft (ohne mit mir getanzt zu haben 😦 ) und kaum ist sie weg taucht erst Gonzalo und dann der Rockstar auf. Ich fand es erst befremdlich hinter Chicho zu tanzen, aber glücklicherweise hat die Milonga beschlossen ihn nicht mehr anzubeten als unbedingt nötig und eigentlich hatte er auch nicht viel mehr Glück mit seinen Tänzerinnen als ich. Der Rockstar kriegt ne heiße Braut, aber auch sie ist ein Kompromiss.

11. September

September 11, 2009

Gestern Abend habe ich nach dem Blogen und Mate trinken festgestellt, dass ich gar keine Lust habe Tango tanzen zu gehen. Ich habe also drei Stunden totgeschlagen, for allem bei Facebook und mit Tageschschau und Tagesthemen runterladen (was von hier aus ewig dauert) und gucken.

Ich sitze im Wohnzimmer und gucke meinem amerikanischen Mitbewohner zu wie er im Takt zu „Tú … el cielo y tú“ (Di Sarli) im Kreis geht. Das erscheint mir eine ziemlich sinnlose Übung zu sein zumal er sich nicht mal eine Tanzpartnerin vorzustellen schein. So sind sie, die Streber. Aber vielleicht ist es ja gut für sein Gewissen.
Manchmal kann man bei Tango nur unglaublich laut und schief mitsingen. Ommmm, nicht aufregen! Es ist ja nur ABM, Argentinien ist ein armes Land und so verkaufen sie den Leuten sinnlose Tangoübungen damit sie ihnen überhaupt was verkaufen können. Empanadas exportieren sich nicht so gut, die sind frisch besser.
Aber krass ist ja, dass es dem Typ gar nicht peinlich zu sein scheint vor mir durch den Raum zu laufen. Vielleicht war ich einfach immer zu nett zu ihm und er weiß nichts von meinem losen Mundwerk. Naja, Namen werden ja nicht genannt. Und die Boxen sind schlecht hier! Für Tango gehts, aber ich habe mal versucht Einstürzende Neubauten zu hören, das ging gar nicht!

Ansonsten habe heute nur den Rest von der Keynote des gerade stattgefundenen Special Apple Events geguckt und Lebensmittel gekauft. Steve ist wieder da! Aber er sieht ganz schwach aus, ganz dünn ist er! Aber immerhin, er lebt. Ja, es gab diesen und jenen Leckerbissen und wenn es so weiter geht kaufe ich mir auch irgendwann einen iPod, die sind inzwischen bei attraktiven Konditionen.

So, jetzt hat mein Mitbewohner ne Einzelstunde bei Cynthia und Ernesto, das vorhin war wohl seine Hausaufgabe.

Abend 9. September und Tag 10. Septeber

September 11, 2009

Gestern Abend war ich dann wirklich in der Loca! Milonga und es war nett soweit. Ich habe meinem Gesundheitszustand entsprechend wenig getanzt und viel auf dem Sofa gesessen. Vorgetanzt haben die Salon-Weltmeisterschaft-Gewinner vom letzten Jahr. Treten da keine guten Tänzer an oder was? Die Salon-Gewinner von 2009 waren auch zugegen, auch nicht sehr spannend.
Ich hatte ganz vergessen zu erzählen, dass ich gestern vergeblich versucht habe eine Beileidskarte zu bekommen. Angeblich haben die hier sowas nicht. Mein argentinischer Mitbewohner hat gesagt ich soll mal nach Recoleta fahren dort gibts Gothic-Stores, vielleicht haben sie begräbnisrelevante Artickel.

Heute habe ich mich dann nach Recoleta bewegt. Der Reiseführer hatte es als „überaschend französisch“ (Seite 40) angekündigt und in der Tat das ist es. Ich habe sofort die Jugendsubkulturzone gefunden, allerdings gabs es da eher T-Shirts und Piercings und keine Beileidskarten. Aber ich habe mich so gefreut! 🙂
Dann war ich bei Hausbrot und habe zwei Brote gekauft. 🙂
Zwei Empanadas gab es auch noch für mich bei Hausbrot und die habe ich in einem Park gegessen. Dort stand ein unglaublich beeindruckender Baum. Schon alleine diesen Baum zu fotografieren ist es wert nochmal dort hin zu gehen.
Dann bin ich durch die Gegend geshoppt und habe ein paar Ansteck-Buttons, einen Modeklunker, eine Holzcalabaza mit außen blaues Alu und zwei blaue, eine grüne und eine lila Bombillas gekauft.
Die weiteren zwei Programmpunkte Recoleta-Friedhof und großer CD-Laden habe ich wegen müder Beine gestrichen und bin nach Hause gegangen und habe Brot gegessen. Es ist ganz ok, aber in Deutschland würde ich sowas nicht essen.
Dann habe ich versucht zu schlafen, aber mein amerikanicher Mitbewohner fand Musik gut und dann hat Pato (der Koch, der argentinische Mitbewohner) gekocht. Hühnchensteak und Salat, beides selbstkreiert. Das Steak war lecker, auch sehr die Soße, welche süßsauer war, der Salat war allerdings etwas lasch. (Das habe ich jetzt nur geschrieben, damit er stolz drauf sein kann, hier auch erwähnt worden zu sein. Wir wollen ja nicht, dass am Ende irgendwer beleidigt ist.)

Bilder

September 10, 2009

da sinse:
http://www.facebook.com/album.php?aid=105216&id=752399024&l=e7c5408013

8. und Anfang 9. September

September 10, 2009

Gestern habe ich im Wesentlichen nichts gemacht als mich mit meinem Schnupfen zu befassen. Lucía hat mir liebenswerter Weise die Kräuter die in Sinupret sind ins Spanische übersetzt und zwei davon habe ich direkt in der Homöopathie-Apotheke bekommen und ein weiteres konnte ich für heute bestellen. Jetzt habe ich je 100 Gramm Eisenkraut („Verbena“, sieht aus wie Gras) und Gelber Enzian („Gensenia“, das sind vielleicht Wurzeln? Jedenfalls ist es hölzern) und 50 Gramm Schwarzer Hollunder („Sauco“, scheinen verschiedene Teile der Pflanze zu sein, oder vieleicht einfach Rinde und Stängel-ohne-Rinde?) und kann mir davon Tee machen. Die Sachen erinnern vom Geschmack her schon an Sinupret, auch wenn ja noch zwei Kräuter fehlen. Der Gelbe Enzian macht das Ganze zu einer ekelhaft bitteren Angelegenheit. Gestern Abend habe ich mir dann ein Bisschen Whiskey in das Gesöff gekippt und bin umgehend schlafen gegangen. Ich glaube ich muss da gar nicht so viel von trinken, ich überdosiere es vermutlich hoffnungslos. Jedenfalls läuft meine Nase ununterbrochen und mir geht es auch schon viel besser, so dass ich nachher in die Loca! Milonga gehen kann 🙂

Mein Mitbewohner hört ganz unverschämt diese CD von Rodriguez. So kann ich nicht arbeiten!

7. September

September 8, 2009

Ich bin mit Schnupfen aufgewacht und habe erstmal Panik geschoben weil die Sinupret sind alle und Argentinien ist bekanntermaßen so ein Land wo man bei Schnupfen Antibiotika verkauft bekommt. Ich habe den Tag mit dem Anhören und teilweisem Befolgen guter Ratschläge verbracht und wollte Abends eigentlich schlafen gehen zumal Lucía eh nicht mit ins Me Rio de la Plata wollte. Dann hat aber hier erstmal eine unbekannte Familie Sturm geklingelt und der einzige außer mir anwesende Mitbewohner war gerade erst in Buenos Aires angekommen und ich wollte ihn mit dieser Situation nicht alleine lassen und dann wollte er gute Tipps zur Abendgestaltung und das ist darauf hinaus gelaufen dass ich gekocht (kreativ: Zwiebeln, Reis, Tomatensoße, Oliven, Mandeln, Spiegelei) und gegessen habe und wir zusammen zum Me Rio de la Plata sind. Es hätte ein super schöner Abend werden können, aber ich war wegen Schnupfens so schwach, dass Tanzen nicht so spaßig war und der Showtanz war der größte Scheiß den ich bis jetzt hier gesehen habe (außer vielleicht den bedauernswerten Kreaturen in der Defensa).